Eine Nervendurchtrennung erfordert eine schnelle und präzise chirurgische Reparatur, um Nervenregeneration und sensorische und/oder motorische Erholung zu ermöglichen.
Die Handnerven erfüllen zwei wesentliche Funktionen: Sensibilität (Wahrnehmung von Berührung, Temperatur, Schmerz) und Motorik (Steuerung der intrinsischen Handmuskeln). Eine Nervendurchtrennung führt zu einem Funktionsverlust im Gebiet des betroffenen Nervs.
Nach einer tiefen Wunde an Hand oder Finger kann der Patient feststellen:
Jede tiefe Wunde mit Sensibilitätsverlust muss als Notfall betrachtet werden und lässt eine Nervendurchtrennung vermuten.
Nein. Man unterscheidet drei Arten von Nervenläsionen, von zunehmender Schwere:
Funktionelle "Betäubung" des Nervs, der seine anatomische Struktur intakt behält. Die Erholung erfolgt spontan in einigen Stunden, Tagen oder Wochen, ohne Chirurgie.
Das Axon (Leitungskabel) verliert seine Kontinuität, aber die Nervenhülle bleibt bestehen. Die Erholung ist durch geführte Regeneration in mehreren Monaten möglich.
Vollständige Nervendurchtrennung mit Kontinuitätsverlust aller Elemente. Ohne chirurgische Reparatur ist keine Erholung möglich.
Zu beachten: Mit Frakturen assoziierte Lähmungen erholen sich in mehr als 80% der Fälle spontan in 2 Monaten (einfache Neurapraxie).
Die Reparatur eines durchtrennten Nervs erfordert eine hochpräzise mikrochirurgische Technik. Die Intervention wird unter dem Operationsmikroskop mit extrem feinen Fäden und Nadeln durchgeführt.
Das Ziel ist es, die Nervenkontinuität wiederherzustellen, indem die Faszikel (Nervenfaserbündel) so präzise wie möglich aneinander angepasst werden, um das Nachwachsen der Axone zu ihren ursprünglichen Zielen zu leiten.
Die Nervenregeneration ist ein langsamer und progressiver Prozess:
Eine sensorische Rehabilitation kann angeboten werden, um das Gehirn neu zu trainieren, die Signale des sich regenerierenden Nervs zu interpretieren.
Nein, natürlich nicht. Folgeschäden sind häufig, auch nach einer technisch zufriedenstellenden Reparatur:
Die wiederhergestellte Sensibilität ist oft anders als die ursprüngliche Sensibilität (Dysästhesien).
Schmerzen und Kälteintoleranz bleiben in den meisten Fällen bestehen, auch nach guter Erholung.
Die Wiederherstellung der Kraft der intrinsischen Muskeln ist oft teilweise.
Bei fehlender Reparatur oder chaotischer Nervenheilung.
Jede tiefe Wunde mit Sensibilitätsverlust muss als Notfall betrachtet werden.
Notfall: 112 | Institut: +352 2468 4141
Telefonbereitschaft: 8:30-10:30 und 13:30-15:30